Hier findet ihr einen nach Gemeinden sortierten Überblick von rechten Aktivitäten und Geschäften:

Bad Schandau

In Bad Schandau tauchten in den letzten Monaten immer wieder Sprühereien mit Hackenkreuzen und anderen rechten Inhalten auf, vorallem auch in Zusammenhang mit dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens.

Gohrisch

Hier betreibt Martin Hering auf der „Neuen Bauerngasse 50″ einen rechtsradikalen und gewaltverherrlichenden Internetversand. Verkauft werden Flaggen, Bücher, CDs, Schmuck und Poster mit Anlehnung an den deutschen National-Sozialismus, die faschistische Auslegung des Germanentums und gewalttätige, rechte Hooligangruppen. Im Katalog finden sich auch Waffen, so z.B. mit Quarzsand verstärkte Handschuhe die mit der Beschreibung „Für jeden Straßenkämpfer genau richtig. Die werden dem Gegner unheimlich weh tun.“ angepriesen werden.

Der Versand vertreibt auf Textilien und Postern Parolen wie „Ruhm und Ehre der Wehrmacht“, „Deutsches Afrikakorps“ oder „Sie waren die besten Soldaten der Welt“ (SS-Soldat auf schwarz-weiß-roten Grund). Weiterhin können sich Neo-Nazis bei Herrn Hering mit Kleidung der Marke Masterrace (übersetzt: Herrenrasse), Jacken mit abgewandelten Reichsadlern und Trikots mit dem Aufdruck Deutschland und 88 (gängiger Nazi-Code für Heil Hitler!) eindecken. Auch CDs und Merchandise von national-sozialistischen Bands wie Kraftschlag, Skrewdriver und Sturmwehr sowie eine eigene Bücherrubrik zum Thema Waffen-SS finden sich im Programm.

Pirna

Pirna kann als Hochburg der organisierten Naziszene in der Sächsischen Schweiz begriffen werden. Die Neo-Nazi-Szene verfügt hier über mehrere Geschäfte. Immer wieder kommt es zu rechten Übergriffen.

Der sogenannte The Store/ Crimestore auf der Breiten Straße 7 gehört dem ehemaligen SSS-Mitglied (Skinheads Sächsische Schweiz, seit 2001 verboten) Martin Schaffrath. Auch hier werden mit Fahnen, Textilien und Tonträgern rechtsradikale Organisationen unterstützt, Gewalt verherrlicht und vielfach ein positiver Bezug zum National-Sozialismus hergestellt. Schaffrath sitzt außerdem für die NPD im Stadtrat Stolpen.

Seit dem misslungenem Nazi-Großaufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden kam es zu einer neuen Welle von rechter Gewalt in der Stadt. So kam es zu einem Angriff auf das SPD-Büro der Stadt, mehrere Attacken gegen links-alternative Jugendliche, sowie Menschen mit Migrationshintergrund oder Behinderung, einem Brandanschlag auf den PKW des Politkers Lutz Richter (Die Linke) und eine ganze Reihe neuer rassistischer, antisemitischer und faschistischer Sprühereien.

Rathmannsdorf

In Rathmannsdorf sitzt Uwe Steffen Konkol für die NPD im Gemeinderat. Seit Dezember 2009 lässt er nach Gemeinderatssitzungen die rechte Postwurfsendung mit dem Titel „Klartext“ in der Gemeinde verteilen. In dieser betreibt er im wesentlichen Propaganda gegen den amtierenden Bürgermeister Reiner Hähnel und für die Interessen seiner Partei.

Um das rechte Blatt ist im Ort mittlerweile ein größerer Streit entbrannt. Nach dem von Seiten der demokratischen Parteien Aufkleber verteilt wurden, die das Verteilen rechter Zeitungen und Flugblätter untersagen, kam es trotzdem zu weiteren, unerwünschten Postwurfsendungen.

Größeres Aufsehen erregte Konkol schon bei den Wahlen 2009, als er mit dem Slogan „Einen von uns wählen!“ für die NPD warb. Da Konkol zu dieser Zeit noch Ämter im Sächsischen Bergsteigerbund (SBB) ausübte, kam es dort zu besonders heftigen Diskussionen und Ausschlussanträgen, die jedoch abgelehnt wurden. Konkol behauptete in diesem Konflikt, dass seine Tätigkeit als Bergsteiger nichts mit seiner politischen Arbeit zu tun habe. Dass dem nicht so ist, zeigt seine Leitung in der NPD-AG „Klettern und Wandern“. Diese richtet sich besonders an Jugendliche aus JN-Kreisen (Jugendorganisation der NPD).

Die ARAL-Tankstelle im Ortsteil Wendisch-Fähre ist überdies ein beliebter Treffpunkt für rechtsoffene Jugendliche. Hier finden sich neben „normalen“ rechten Schlägern mit Anbindung an das Hooligan-Umfeld auch organisierte Nazis aus der JN und „Autonome“ Nationalisten. Das Betreten des Tankstellen-Geländes ist nach Einbruch der Dunkelheit für gefährdete Personen daher nicht ratsam.

Stolpen

Hier sitzt Martin Schaffrath, ehemaliges Mitglied der seit 2001 verbotenen, rechtsradikalen Gruppe SSS für die NPD im Stadtrat.

Thürmsdorf

Der „Gasthof Thürmsdorf“ (Thürmsdorfer Straße 75, Struppen) der von Familie Heinze betrieben wird, war schon mehrfach Treffpunkt für Treffen der NPD-Jugendorganisation JN und andere Neo-Nazi-Gruppen. Bei diesen leistete das Kneipen-Personal um Rainer Heinze in den letzten Jahren immer wieder bereitwillig Hilfe wenn es um Einlasskontrollen und die Bewirtung von bis zu 200 Neo-Nazis ging.