In den vergangenen 2 Wochen kam es zu vier rechtsmotivierten Brandanschlägen in und um Dresden. Davon richteten sich drei gegen links-alternative Zentren und einer gegen eine jüdische Einrichtung. Im gleichen Zeitraum kam es jedoch auch zu zwei kraftvollen, antifaschistischen Demonstrationen, die Lage bleibt jedoch weiter bedrohlich.
Eine kurze Chronik:
Nacht vom 16. zum 17.08.: Kurz nach dem Todestag von Rudolf Heß kommt es zu einem Nazi-Angriff auf das links-alternative Kultur- und Wohnprojekt „Praxis“ in Dresden-Löbtau. Bei diesem werden mehrere Fensterscheiben eingeworfen.
Nacht vom 18. zum 19.08.: Brandanschlag auf die „Praxis“, ein Zimmer brennt aus. Wäre der Bewohner zu Hause gewesen, wäre für ihn wohl jede Hilfe zu spät gekommen. Im darüber liegenden Zimmer schläft zu dieser Zeit ein 3 Monate altes Kind, nur durch rasches Erkennen und Bekämpfen des Brandes können schwere Verletzungen bzw. Todesfälle verhindert werden.
Nacht vom 23. zum 24.08.: Brandanschlag auf das antirassistische Wohnprojekt Robert-Matzke-Straße 16, in Dresden Pieschen. Ein Molotowcocktail fliegt in ein Zimmer mit schlafender Person. Durch deren sofortiges Aufwachen und die Tatsache, dass der Brandsatz nicht zerbricht kann schnell gelöscht und ein größerer Schaden vermieden werden.
Nacht vom 25. zum 26.08.: Brandanschlag auf den antirassistischen Treibhaus e.V. in Döbeln. Ein Transparent an der Fassade des Gebäudes wird mit Brandbeschleuniger versehen und entzündet. Durch schnelles Löschen kann ein größerer Schaden verhindet werden.
28.06.: Auf einem Stadtteilfest im Dresdner Hechtviertel fahren 5 Neo-Nazis in Uniformen vor, skandieren rechte Parolen, schlagen einen linken Jugendlichen zusammen und flüchten.
Frühe Morgenstunden des 29.08.: In Dresden-Johannstadt wird ein Brandanschlag auf das neue Begräbnishaus der jüdischen Gemeinde verübt. Glücklicherweise wird der Brand schnell entdeckt und kann gelöscht werden.
Trotz der beiden kraftvollen, antifaschistischen Demonstrationen mit mehreren hundert TeilnehmerInnen im selben Zeitraum ist dieser Angriff rechtsradikaler Kräfte auf Andersdenkende in Sachsen weiterhin beunruhigend. Es Bedarf einer breiten Sensibilisierung in unseren Gemeinden, auch mit Hinweis auf die rechten Gewalteskalationen im Februar. Weiterhin ist eine breite, öffentliche Solidarisierung mit allen Betroffenen nötig, um den TäterInnen und SympathisantInnen dieser Aktionen zu zeigen, dass sie sich damit keine Freunde schaffen. Werdet aktiv, bringt Flugblätter, Plakate und Aufkleber in der Öffentlichkeit an. Macht militante Neo-Nazis, deren Treffpunkte und Gruppen öffentlich. Hängt Transparente aus euern Häusern und verweist Nazis konsequent von Veranstaltungen.
Allen Betroffenen gilt unsere tiefe Anteilnahme und Solidarität!
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